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Katastrophenschutz

Die Mitwirkung im Katastrophenschutz (KatS) ist eine Möglichkeit, der gesetzlichen Dienstpflicht nachzukommen. Wehrpflichtige und anerkannte Kriegsdienstverweigerer (KDV) haben die Möglichkeit sich von der Ableistung des Grundwehr- bzw. Zivildienstes freistellen zu lassen (§ 13a Wehrpflichtgesetz bzw. § 14 Zivildienstgesetz).

Sie verpflichten sich gegenüber dem Deutschen Roten Kreuz im Kreis Hochtaunus mit Zustimmung des Katastrophenschutzamt des Kreises Hochtaunus zur aktiven Mitarbeit im Katastrophen- bzw. Zivilschutz sowie bei Großschadensereignissen auf die Dauer von zur Zeit mindestens sechs Jahren.

Darüber hinaus verpflichten Sie sich gemäß der Satzung des DRK zum Dienst in einer Einsatzeinheit und Rotkreuzgemeinschaft.

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestdienst wird durch Ausbildung in den verschiedensten KatS- und DRK-Themen absolviert. Darüber hinaus nehmen Sie an verschiedenen Diensten, z.B. Sanitätswachen bei Sportveranstaltungen, aber auch Pop-Konzerten und "In-Partys" teil.

Voraussetzungen

Um sich beim DRK im Kreis Hochtaunus zur Mitwirkung im KatS zu verpflichten und sich vom Grundwehrdienst bzw. Zivildienst freistellen zu lassen müssen Sie

  • die Mitgliedschaft in einer Rotkreuzgemeinschaft erworben und Ihre Probezeit von mindestens einem halben Jahr absolviert haben

  • mindestens 18 und nicht älter als 23 Jahre sein

  • wehr- bzw. zivildiensttauglich sein (Musterung beim Kreiswehrersatzamt sollte schon durchgeführt worden sein)

  • die Einberufung sollte weder angekündigt noch
    direkt in Form eines Einberufungsbescheides ausgesprochen sein (gilt nur für Wehrpflichtige)

Anerkannte KDV können auch noch bei Vorliegen eines Einberufungsbescheides zum Zivildienst freigestellt werden!

Es ist natürlich nicht möglich, an dieser Stelle eine umfassende Beratung durchzuführen, da doch jeder Fall individuell verschieden ist. Alle Angaben ohne Gewähr.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an uns.

Kronberger DRK'ler beim Flut-Einsatz

Am Sonntag, 18. August 2002 um 6:00 Uhr stießen zunächst fünf Aktive des Verpflegungszuges Kronberg zu anderen Gruppierungen des Roten Kreuzes in Oberursel. Von hier aus wurde in Kolonne zum Schadensgebiet gefahren.

Die Kronberger DRK´ler führten 2 LKW mit Feldkochherd und einen weiteren Anhänger mit sich, beladen mit Garnituren, Gasflaschen und Verpflegung samt Einmal-Geschirr. Außerdem waren 160 Essensrationen für die lange Fahrzeit mit auf den Weg gegeben worden. Der gesamte Verpflegungszug war so konzipiert, dass dieser autark ohne fremde Hilfe 72 Stunden die gestellten Aufgaben erfüllen kann.

Nach 10 Stunden Fahrt erreichte die Kolonne mit insgesamt acht Fahrzeugen den Zielort Königstein / Sachsen. Dort angekommen wurde der Rotkreuz - Vorausabteilung ein altes Uranbergwerk zugewiesen, welches Räume für die Unterbringung der nachfolgenden Feuerwehrleute und auch eine Küche zur Mitbenutzung für die Essenszubereitung bereitstellten konnte. 

Der Betreuungstrupp begann dann sofort mit der Einrichtung der Schlaflager, dem Aufstellen der Sitzgarnituren in einem freigeräumten Bereich der Bergwerkskantine. Der Kronberger Verpflegungstrupp begann mit der küchenmäßigen Vorbereitung für die kommenden Tage.

Der Folgetag brachte den Helfern Eva Antoni, Klaus Henkel, Achim Kube, Axel Möller und Hans-Peter Track, einer erprobten Kronberger Küchenmannschaft, jedoch eine unerwartete Erweiterung ihres Arbeitsumfangs: Die technische Einsatzleitung ordnete die Mitversorgung der Helfer vom THW und der dortigen Feuerwehr an. Hinzu kamen an den jeweiligen Einsatzorten auch Zivilpersonen, die mitverpflegt wurden. Statt der angeordneten 160 Rationen waren am Montagmittag 700 Essens- portionen und am Dienstagmittag 600 Portionen bereitzustellen!

Dies forderte von den vier Helfern und einer Helferin das Äußerste an Leistung ab. Rasch stellte sich auch die Frage nach dem nun plötzlich notwendig werdenden Nachschub an Nahrungsmitteln. Dieser kam mitsamt weiteren Fahrzeugen, beladen mit diversen Küchenutensilien und Verpflegung am Dienstagabend aus Kronberg nach. Auch weitere Helferinnen und Helfer: Peter Daniel, Andreas Kunkel, H.J. Stein und Maribel Track rückten zur Verstärkung an. Durch die personelle Verstärkung konnte auch die Ablösung von zwei Aktiven erfolgen, die wegen beruflicher Verpflichtungen heimkehren mussten.

Weitere Essenseinkäufe erforderten in dem weitläufig überfluteten Gebiet lange Umwege und großen Zeitaufwand. Der zunächst bis Mittwoch geplante Einsatz wurde für die Kronberger bis Freitag verlängert.

Den Kronberger Einsatzkräften wurde die Mitarbeit im Küchenbereich von der Helferin Melanie Wick aus Neu-Anspach angeboten. Diese Unterstützung nahmen die Kronberger gerne an. Schnell spielte sich das Team ein und bewältigte auch die ungeplante Erhöhung der Essensrationen. 

Wir waren auf arbeitsreiche Tage in einem Katastrophengebiet eingestellt. Die plötzlich abverlangte vierfache Menge an täglichen Portionen sowie die Verlängerung des Einsatzes stellten uns auf eine harte Probe. Aber wir denken, die haben wir bestanden.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf im Zeitraum von Sonntag bis Freitag war die Erschöpfung groß, das Ethos jedoch war ungebrochen. Die Sache war es Wert! Wir fühlten uns in der Pflicht und die Flutopfer vor Ort brauchten die Hilfe von außen, von Feuerwehr, THW und DRK.

Es sei hier noch einmal allen Beteiligten, ob sie im Vorder- oder im Hintergrund geholfen haben, eine hohe Anerkennung auszusprechen und ein dickes Dankeschön zu sagen.

Spezieller Dank geht auch an die Neu-Anspacher Kameradin Melanie Wick, die uns tatkräftig unterstützte. 


Andreas Kunkel      
DRK-Kronberg
Bereitschaftsleiter