Betreuungseinsatz bei Bombenräumung in Frankfurt

Am Mittwoch, 19.05.2021, wurde der 1. Betreuungszug Hochtaunus zu einem Betreuungseinsatz in der Frankfurter Eissporthalle alarmiert.

Bei Bauarbeiten im Frankfurter Nordend wurde eine 500 kg Fliegerbombe entdeckt. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes stellten fest, dass die Bombe sofort entfernt werden muss. Hierzu war es notwendig, dass alle Personen im Umkreis von 700m um den Fundort evakuiert werden. Das bedeutet im dicht besiedelten Frankfurt etwa 26.000 Menschen. Dazu liegt dort ein Hospital und 14 weitere “Sonderobjekte”. Um die Personen zu betreuen, die während der Evakuierung nicht bei Freunden und Bekannten unterkommen können, wurde in der Eissporthalle ein Betreuungsplatz für 600 Personen eingerichtet.

Gegen 15:30 Uhr wurden die Helfer des Katastrophenschutzes im Hochtaunuskreis informiert, dass sie ggf. zur Unterstützung der Frankfurter Kollegen alarmiert werden würden. Um 20:38 Uhr erfolgte dann schließlich die Alarmierung des 1. Betreuungszuges Hochtaunus als Großalarm per Melder. 

Feldkochherd wird an LKW angehangen

Wir vom Ortsverein Kronberg trafen uns an unserer Unterkunft und machten uns einsatzbereit. Kronberg stellt die Versorgungskomponente des Betreuungszuges, also hieß es, den Feldkochherd an den LKW zu hängen. Anschließend trafen wir uns mit den Kollegen aus Friedrichsdorf. Diese stellen die Betreuungskomponente des Zuges. Gemeinsam fuhr der Zug im Verband nach Frankfurt zur Eissporthalle. 

Dort angekommen, übernahmen wir dann kurz vor Mitternacht die Verpflegungsausgabe von den Kollegen der Johanniter Unfallhilfe, welche sie bereits seit dem Nachmittag betrieben haben. Da man damit rechnen musste, dass die Räumung sich verzögert und die Betroffenen länger betreut werden müssen, wurde eine Betreuung bis morgens um 6 Uhr eingeplant. Da die Räumung unmittelbar bevorstand, entschieden wir zusammen mit der Einsatzleitung, erst einmal die Essensausgabe für bisher vorrätigen Lebensmittel sicherzustellen. Den Feldkochherd würden wir dann in Betrieb nehmen, wenn sich abzeichnet, dass der Einsatz länger geht. 
Wir Kronberger richteten die Essens- und Getränkeausgabe in einem Kiosk im Inneren der Eissporthalle ein. Dort war es warm und wir waren vor Regen geschützt.

DRK Helfer geben an der Verpflegungsausgabe Essen aus.
Als gegen halb eins dann die Meldung kam, dass die Sprengung der Bombe erfolgreich verlaufen ist und die Menschen zurück in ihre Wohnungen können, verteilten wir die noch vorhandenen Würstchen und Brötchen, Obst, Schokoriegel und Getränke. Die Kollegen der Sanitätszüge und des Rettungsdiensts begangen mit dem Rücktransport der betreuungspflichtigen Personen. 

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Kurz nach zwei Uhr waren dann alle Personen auf dem Weg nach Hause und auch die verbliebenen Einsatzkräfte konnten sich vor dem Abbauen noch einmal verpflegen, bevor der Einsatz für uns beendet war und wir uns auf den Rückweg machten. Etwa gegen halb vier waren wir zurück in Kronberg und alle Einsatzmittel wieder verstaut. 

Der Ortsverein war mit 14 Helfern vor Ort. Insgesamt waren über 300 Helfer im Einsatz. In der Eissporthalle wurden ca. 270 Personen betreut. 

mannschaft

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Freitag, 21.05.2021
Manuel Fünfrocken
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