Erlebnisberichte aus den Hochwassergebieten

Mehrere unserer Kameraden und Kameradinnen waren im Ahrtal im Einsatz. Hier gibt es Erlebnisberichte von zweien aus unserer Ortsvereinigung. 

Bericht von Peter

Ein Foto von Peter Berner

Peter war am 4. und 5. August in Ahrweiler als Fahrer für Trinkwasser im Fluthelfereinsatz.

„Da ich bereits in der Vergangenheit für die Feuerwehr gemeldet war, habe ich diese Aufgabe sehr gerne angenommen. Ich bin mit weiteren Kollegen aus Hessen für den Auf- und Umbau von Trinkwassersätzen sowie in der Wartung von Duschcontainern eingesetzt worden. Das Befüllen dieser Behälter sowie das Mischen der Chlorlösung zur Aufbereitung des Trinkwassers gehörten ebenfalls zu meinen Aufgaben. Die perfekte Zusammenarbeit vieler Organisationen im Basislager hat mich beeindruckt. Auch die Bevölkerung im Krisengebiet hat sich trotz der schlimmen Situation stark engagiert. Private Haushalte haben uns ihre Duschen zur Verfügung gestellt. Auch konnten wir bei Familien, deren Häuser noch intakt waren, unsere stark verschmutzte Einsatzkleidung waschen. Das reichhaltige und vielfältige Essen, die Einrichtung der Ausgabenstellen und auch Besen, Stiefel, Sicherheitsschuhe, sogar Insektengitter und Katzenstreu wurden mit Spendengeldern finanziert. Das zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel aus Geld-, Sach- und Zeitspenden bei solch einer Katastrophe ist. Es geht nur gemeinsam!"

Bericht von Andreas

Foto von Andreas kunkel

Andreas hatte zwei Katastropheneinsätze im Ahrtal, den ersten vom 31. Juli bis zum 1. August und den zweiten vom 6. bis zum 8. August. Er war in der Trinkwasserversorgung eingesetzt. 

„Diesen Einsatz mit dem DRK im Ahrtal werden wir alle nicht so schnell vergessen können. Wir sind alle froh, dass wir dazu beitragen konnten, für die vielen Betroffenen, von denen sehr viele nur ihr nacktes Leben retten konnten, ansonsten aber alles verloren haben, wenigstens eine gewisse Grundinfrastruktur wiederherzustellen.
Ich war überwältigt von der Atmosphäre, in der alle Helfenden im Ahrtal ohne Reibungsverluste und auf Augenhöhe kameradschaftlich zusammengearbeitet haben. Dieses Gemeinschaftsgefühl und zu sehen, dass jeder bei jedem mit angepackt hat, war der Wahnsinn. Ich hätte das in dieser Form nicht erwartet. Wir bekamen jeden Tag ein reichhaltiges Frühstück und konnten bei wildfremden Menschen zuhause duschen.

Zu meinen Aufgaben gehörten das Mithelfen bei der Trinkwasserversorgung und die Reparatur, bzw. Optimierung der Dusch- und Waschcontainer sowie der Trinkwasserausgabestationen

Es bereitet mir große Freude, Menschen in ihrer Not gemeinsam mit anderen Hand in Hand helfen zu können. Schade, dass die Umstände, die zu solchen Begegnungen und vielen guten Gesprächen führen, immer so traurig sind!"

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Donnerstag, 30.12.2021
Manuel Fünfrocken
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